Franz und Barbara Stelzhamer in Ried
Durch die Bearbeitung des Briefwechsels zwischen Franz Stelzhamer und seiner ersten Frau Betty konnte die Salzburger Germanistin Dr. Silvia Bengesser für Ried sechs verschiedene Wohnadressen der Familie Stelzhamer nachweisen. An den betreffenden Häusern und am Kellerbräu werden von der Stadt Ried 2002 Gedenktafeln angebracht.

Das Haus Ried Nr. 291 (heute Kapuzinerberg 6) gehörte dem Fleischhauer Matthias Haßlinger und seiner Ehefrau Katharina. Wie aus der Eintragung im Taufbuch des Rieder Stadtpfarramtes hervorgeht, wurde in diesem Haus am 7. November 1845 Carolina Engelberta Barbara Stelzhamer, genannt Lini, das einzige Kind von Franz und Barbara Stelzhamer-Reyß geboren. Die Familie Stelzhamer wohnte hier wahrscheinlich bis September 1847. Den Herbst und Winter 1847/1848 verbrachte die Familie in Vöcklabruck im Gasthaus Bauer.
Das
Haus Ried Nr. 278 (heute Mühlbachgasse 3) gehörte dem
Messerschmied und Turnermeister Gregor Vielweib und seiner Frau Anna.
Nach der Rückkehr aus Vöcklabruck wohnte die Familie Stelzhamer
hier wahrscheinlich von Ende Februar bis 25. August 1848. (Brief von Betty
Stelzhamer an ihren Mann vom 13. August 1848).
Als Betty Stelzhamer Ende März 1855 von
Stuttgart nach Ried zurück kehrte, wohnte sie kurz bei Franziska
Gurtner, die zu diesem Zeitpunkt die ehemalige Wohnung der Familie Stelzhamer
bei Gregor Vielweib bewohnte. Dies geht aus einem Brief hervor, den Betty
Stelzhamer am 1. April 1855 an ihren Mann geschrieben hat.
Das
am ehemaligen Marktgraben gelegene Haus Ried Nr. 101 (heute Neugasse
6) gehörte seit 1846 dem Weißbierwirt Andreas Kollmann und
seiner Frau Ursula. Von 25. August 1848 bis 25. November 1850 kann diese
Wohnanschrift in Briefen von Betty Stelzhamer an ihren Mann (vom 13. August
1848 und vom 27. August 1850) nachgewiesen werden.
Als Barbara Stelzhamer im Dezember 1851 ihrem Mann nach München folgte,
hinterließ sie einen Großteil des Hausrats bei der Wagnerswitwe
Elisabeth Gurtner im angrenzenden Haus Ried Nr. 100 (heute Neugasse 6a).
(Nachweis: Brief von Betty Stelzhamer an ihren Mann vom 12. April 1855).
Das
Haus Ried Nr. 121 (heute Roßmarkt Nr. 22) gehörte Anna
Wagner, die mit dem Spengler Anton Schachner verheiratet war. Dieses Haus
ist von 25. November 1850 bis November 1851 als Wohnadresse der Familie
Stelzhamer nachweisbar. (Brief von Betty Stelzhamer an ihren Mann vom
29. Oktober 1850 und Brief von Franz Stelzhamers
an seine Frau vom 6. November 1851.
Im
Haus Ried Nr. 109 (heute Hauptplatz 21) starb Carolina
Engelberta Barbara Stelzhamer am 24. November 1851. Dies geht aus
dem Totenbuch des Pfarramtes Ried hervor. Sie wurde in Ried begraben.
Es war nicht zu klären, warum dieses Haus und nicht das Haus Nr.
121 das Sterbehaus von Carolina Stelzhamer war.
Es ist anzunehmen, dass ihre Mutter, Betty Stelzhamer,
in diesem Haus noch bis zu ihrer Übersiedelung nach München
im Jänner 1852 wohnte. Dies geht aus einem Brief Franz Stelzhamers
an seine Frau vom 1. Dezember 1851 hervor.
Das
ehemalige Rosenstinglhaus Ried Nr. 15 (heute Hauptplatz 37) gehörte
seit 1853 dem Kupferschmied Ignaz Racher und seiner Frau Magdalena, geborene
Pfeifer. Betty Stelzhamer wohnte dort von Anfang
Mai bis zu ihrem Weggang von Ried im Herbst 1855. Sie übersiedelte
zu ihrem Mann nach Salzburg. (Brief von Betty Stelzhamer an ihren Mann
vom 11. Mai 1855 und Brief von Franz Stelzhamer an seine Frau vom 2. Oktober
1855).
Nur wenige Schritte von Franz Stelzhamers erstem Rieder Domizil am Kapuzinerberg entfernt, war der Bräuer im Keller, dessen Besitzer zu jener Zeit Georg Pleninger war. Das Kellerbräu war der Treffpunkt der Cortège-Gesellschaft: Dieser geselligen Rieder Beamten-Tischgesellschaft gehörte auch der Mundartdichter und Freund Stelzhamers, Ludwig Luber an.

In
einem Brief an Josef Schaller schreibt Franz Stelzhamer am 12. Dezember
1845: "Ich habe es diesmal, ich weiß nicht wodurch, den guten
Riedern völlig abgewonnen. Mein Namenstag wurde im Bräuer
im Keller auf eine wahrhaft rührende und pompöse Weise gefeiert
durch Anreden, Gesang, unzählige Hochs vor meinem aufgestellten Bildnisse;
wenn Du aber glaubst, es wäre der Kreishauptmann, Pfleger, Kameralrat
usw. dabei gewesen, so irrst Du es waren fünf bis sechs Bürger,
aber meine Freude war um nichts kleiner ich bin ein Mann des Volkes
und liebe es, daß die Herrn und meine Wenigkeit sich in artiger Entfernung
begrüßen und ihren Respekt bezeigen -."