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Mutig sein - in Zeiten wie diesen.

09.07.2020

 

„In Zeiten wie diesen“ ist derzeit Covid19-bedingt ein oft verwendeter Ausdruck. Alles wird relativiert, man fährt auf Sicht, behält sich Veranstaltungen gemäß Verordnungen vor, vieles wird im Konjunktiv formuliert. Nicht den Mut für „eigentlich“ geplante Schritte zu verlieren ist dabei wohl die größte Herausforderung. Denn Corona wird eines Tages vorbeigehen und jede*r wird sich fragen, was man daraus gelernt hat, was man hätte anders machen können, wollen und sollen. Hätte man früher den Mut ergreifen müssen und sich etwas trauen, „weil’s grad jetzt eh scho wurst is“?

 

Wir können in jedem Fall diejenigen bewundern, die sich „in diesen Zeiten“ etwas trauen. Neue Wege gehen – trotz Corona – sich nicht entmutigen lassen und Neues gründen.

Von diesem Mut profitiert Ried außerordentlich. Während andernorts Geschäfte schließen müssen, trauen sich die Rieder*innen in neue Fahrwasser und ja – sie fahren anfangs durchaus auf Sicht – aber letztendlich setzen sie damit die Segel für ihre eigene Zukunft und bekräftigen den Standort. Denn die Vielzahl an Neugründungen zeugt vom Vertrauen, den die Wagemutigen vor allem in sich selbst, aber auch in Ried haben.

Denn wann und wo würde es besser passen neue Schritte zu wagen als gerade jetzt und im Neugründer-Standort Ried – in Zeiten wie diesen?!

 

Zwischen Juni und September begrüßen wir laufend neu in der Stadt:

den „Ice Cream Shop“ am Stelzhamerplatz 10,

das Kosmetik- und Fusspflege-Studio „Claudia“ und „Karin“ in der Bahnhofstraße 11,

den Friseurbedarf „Roma“ am Hauptplatz 37,

das griechische Restaurant „Dionysos“ am Roßmarkt 19,

den Friseursalon „Sabsiih’s Wohlfühloase“ am Roßmarkt 2,

das „Brautatelier Ried“ in der Weberzeile 6

das „Nähcafé“ am Roßmarkt 22.

 

Ein Hoch auf die Mutigen!

#willkommenzuhause

 

Die Geschichten hinter bloßen Zahlen - mehr wert als Mehrwert

19.06.2020

 

Die Welt besteht scheinbar nur noch aus Zahlen. Aktuell dreht sich vieles um Infizierte, Genesene, Arbeitsplätze, … In unserem Stadtmarketing-Kosmos haben wir uns in den vergangenen Tagen auch viel mit Zahlen beschäftigt, denn diese sind bei den Rieder Mehrwert-Tagen in die Höhe geschossen. Anzahl der eingegangenen Rechnungen, Rechnungssumme, Gutschein-Höhe und so fort.

 

Und auch wenn die Zahlen aufgrund der großen Teilnahme rein quantitativ betrachtet mehr als bemerkenswert sind, vergißt man oft einmal die Menschen dahinter. Denn hinter jedem Gewinner steckt eine Geschichte, die man bei der Übergabe der Rieder Schwanthaler Zehner zu hören bekam.

Eine Dame, die durch Corona ihren Job verloren hat und ein dringend benötigtes Pickerl machen musste… eine Braut, die ein paar Tage vor der Hochzeit ihre Ausgaben wieder bekam… eine Krankenschwester, die nicht tagsdrauf zur Übergabe erscheinen konnte, weil sie zwei anstehende Nachtschichten zu absolvieren hatte… eine 83-Jährige, die sich modisch nochmal rundum neu eingekleidet hat – denn Stil ist keine Frage des Alters…

 

Bei der Information des Geschäftsinhabers über Gewinn und Fototermin bekam man auch desöfteren zu hören „Ah, die Frau Maier, Müller, Huber, freut mich, dass es ausgerechnet sie getroffen hat.“ Denn jeder Kunde ist zugleich auch ein Mensch, zu dem man eine Verbindung aufbaut. Ob man ihn nun einmalig beim Schuhe kaufen berät oder eine langjährige Stammkundschaft pflegt. So oft haben sich auch Geschäftsinhaber und Kunde mit einem fröhlichen Du begrüßt, weil man sich nun mal kennt. Weil man von beiden Seiten froh um einander ist. Der Inhaber froh über den Kunden und der Kunde froh über den Inhaber – weil eben genau dieser weiß, welche Schuhgröße man braucht, welcher Mode-Stil zu einem passt, welche Blumen man gerne mag und welches Feierabend-Bier man gerne trinkt.

 

Die Post bring allen was. Aber was bringt sie denn da eigentlich?

04.06.2020

           

Regional einkaufen ist aktuell wichtiger denn je. Das wissen wir, darum werden wir von oberster politischer Instanz gebeten und daran halten wir uns natürlich alle unumgänglich. Denn nur so überlebt die heimische Wirtschaft. Unbeirrbar halten wir uns an dieses Mantra und unterstützten lokale Betriebe...

Wir haben diejenigen gefragt, die es wissen müssen. Mitarbeiter der Post.

 

Frau M. (Anm.: Name geändert): Sie arbeiten im Post-Verteilerzentrum in Aurolzmünster, in dem die Post für einen Großteil der Gemeinden im Bezirk Ried abgefertigt wird. Seit wann arbeiten Sie dort und was genau ist Ihre Aufgabe?

Ich bin seit 2012 im Post-Verteilerzentrum in Aurolzmünster. Meine Aufgabe liegt in der Vorverteilung, sprich Pakete und Werbung aufteilen und Briefe und Zeitungen kartieren.

 

Reden wir von den Zeiten vor Corona: Wie viele Päckchen am Tag bekamen Sie im Schnitt in die Hände?

Ganz genau kann ich es nicht sagen, aber um die 3.000 Pakete sind es ungefähr pro Tag.


Wie hat sich die Situation mit Beginn der Corona-Maßnahmen geändert? Sind es mehr Briefe, mehr Pakete? Mehr privat verschickt oder Pakete von Handelskonzernen?

Die Situation hat sich dahingehend verändert, dass es auf alle Fälle mehr Pakete sind und weniger Werbung, die ausgesendet wird. Es werden mehr Pakete von Handelskonzernen verschickt.


Gibt es bestimmte Anbieter, die mehr geworden sind?

Ja. Amazon.


Seit einigen Wochen sind nun endlich wieder Geschäfte geöffnet, so dass Einkäufe auch wieder vor Ort erledigt werden können. Merken Sie seither einen Rückgang von Paketlieferungen?

Nein, einen wirklichen Rückgang bei den Paketen merkt man nicht.

 

Können Sie den online-Shop- Wahnsinn nachvollziehen; v.a. jetzt, da wieder alle Geschäfte geöffnet haben?

Nein nicht wirklich, weil es in Ried genau das gleiche zu kaufen gibt. Der Vorteil im Internet ist – so meint man zumindest -, weil es dort billiger als in Ried ist.

Interview mit einer Mitarbeiterin des Post-Verteilerzentrums

(Datum: 04.06.2020)


*****

 

Herr Emprechtinger, die Post ist einer der unermüdlichen Kämpfer, die auch während des Corona-Lockdowns ein wichtiger Träger der Versorgung war. Seit wann arbeiten Sie bei der Post?

Ich bin seit 1986 bei der Post dabei.

 

Sie stehen täglich am Postschalter: Hat sich bei der Paketaufgabe mit dem Schließen von Geschäften im März etwas verändert?

Seit die Geschäfte im März geschlossen haben, hat sich der Anteil der aufgegebenen Pakete um ca. 30% erhöht. Vor allem wurden von privaten Personen viele Ostergeschenke verschickt.

 

Was hat sich beim Paketversand seit Anfang Mai verändert, da nun ja eigentlich wieder alle Geschäfte geöffnet haben?

Seit Anfang Mai merkt man, dass die Online-Shops wieder etwas weniger Geschäft machen. Zumindest ist da ein Rückgang von ca. 10% der gesamten Sendungen (Anm. Pakete, aber auch Briefe, Rechnungen, etc.) zu vermerken.

 

Wie viel Pakete glauben Sie, werden wieder zurückgeschickt?

Es werden von den bestellten Waren ungefähr 10% wieder zurückgeschickt.

 

Kuriositäten, die Ihnen unterkommen?

Da gibt es viele, aber in den letzten Wochen waren es viele unförmige Sendungen wie z.B. bestellte Gartengarnituren oder Rasenmäher, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind.

Interview mit Rainer Emprechtinger – Leitung Postfiliale Ried im Innkreis (Datum: 20.05.2020)


*****

 

Wir bedanken uns bei den Befragten für Ihre offenen Antworten und stellen uns die Frage, was sich die knapp 25.000 Haushalte des Bezirks Ried täglich (!) in 3.000 Paketen so schicken lassen…

 

Natürlich kaufen wir jetzt alle regional. Oder nicht?

20.05.2020

 

Die Zukunftsforscher sind sich sicher: wir alle werden aus Corona lernen. Nach der entbehrungsreichen Zeit, in der ausnahmslos jede*r von uns vor bisher ungekannte Herausforderungen gestellt wurde und zum Teil noch immer ist, ein unbestrittener Satz und eine logische Schlussfolgerung. Meint man... Und so stehen wir am 02. Mai 2020 um 8.30 Uhr Schlange vor dem nächsten Möbelriesen. Wir hätten daraus gelernt, meint man...

 

Genauso hat uns die Krise gelehrt, dass regionales Einkaufen immens wichtig ist, damit unsere heimische Wirtschaft überleben kann, Arbeitsplätze gesichert werden, Wohlstand gehalten wird. Natürlich kaufen wir jetzt - allen Aufforderungen von Bundeskanzlern, Wirtschaftskammern und Co. treu folgend - nur noch lokal, maximal regional. Miteinander füreinander, damit alle überleben. Meint man...

 

Gleichzeitig lesen wir, dass der größte Versandhandel ever seinen Umsatz im 1. Quartal 2020, dem Beginn des Corona-Lockdowns, um 26 % steigern konnte. Das Vermögen des Besitzers und bereits vorher reichsten Mannes der Welt - Jeff Bezos - wuchs in der selben Zeit um $ 29 Mrd. Macht ein Gesamtvermögen von $ 143,9 Mrd., das Herr Bezos für sich beansprucht. Wofür ein Einzelner so viel Geld überhaupt ausgeben könnte?

 

Und gleichzeitig sehen wir täglich Bilder oder Videos von Unternehmer*innen, die um ihre Existenz bangen, weil sie Waren nicht verkaufen konnten, im Förderdschungel keinen Ausweg fanden und nicht einmal Antworten auf dringende Fragen bekamen. Unternehmer, bei denen es schon an ein paar Tausend Euro scheiterte, so dass Miete, Mitarbeiter oder neue benötigte Einkäufe nicht bezahlt werden können.

Nehmen wir an, ein Kleinunternehmer hat monatlich 3.000 € an Fixkosten, dann sind das 0,0001% von dem, was allein Bezos zwischen Januar und März reicher gemacht hat.

 

Natürlich kann man sagen, dass Geschäfte nun mal nicht offen haben durften, während Online-Shops 24/7 verfügbar sind, und dass lokalen Geschäftstreibenden mehr Online-Aktivität eine bessere Ausgangsposition verschafft hätte. Hätte, hätte, Fahrradkette...  Verbleiben wir im Konjunktiv: auch wenn jeder lokale Händler online präsent wäre und sogar Waren liefern würde - würden wir das tatsächlich in Anspruch nehmen? Oder ist es der bequemere Weg Amazon aufzurufen, ein Klick, Warenkorb, Lieferung in 24 Stunden?

 

Denken wir weiter: wenn jeder nur noch Online-Shops bedient und jeder Innenstadt-Händler zum Postboten seiner Waren wird, was wird dann aus unseren Städten? Potemkinsche Fassaden, abgeklebte Schaufenster, leere Geschäftslokale, die mit so viel Gastronomie gar nicht aufzufüllen wären, nur noch diejenigen auf den Straßen, die eine wirklich unumgängliche Leistung in der realen Welt beanspruchen müssen? Kein Leben, kein Toben, keine Inspiration im Schaufenster, sondern nur noch gezielte Vorschläge von Algorithmen gesteuerten Suchmaschinen?

 

Wir wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger mahnen, Online-Shops verteufeln, Weltuntergangs-Szenarien ausmalen. Alles hat seine Daseinsberechtigung und es gibt Gründe, warum man gerade nicht aus dem Haus kann oder derzeit darf. Aber fragen wir uns doch, ob unser Ziel sein sollte, diese Suchmaschinen zu speisen, ob wir die Party-Flaschendeckel gerade jetzt so dringend benötigen, ob man sein Geld, mit dem viele nun umso vorsichtiger umgehen müssen, für etwas ausgibt, dass in unserem Lebensumfeld nicht ein bisschen Mehrwert erzeugt.

 

Keine Stadt ist auch keine Lösung.

07.05.2020


Wir alle sind online. Wir kaufen dort ein, lassen uns von dort Essen liefern, suchen & finden die Liebe oder zumindest eine Form davon. Wir halten Kontakt mit Freunden und neuerdings sind wir mehr oder minder dazu gezwungen, dort zu arbeiten und zu lernen.

 

Wofür brauchen wir dann überhaupt noch eine Stadt? Und zwar eine Stadt, wie wir sie alle glauben zu kennen und deshalb auch glauben sie haben zu müssen. Wo doch heutzutage eh schon so viel "dort" geht oder besser gesagt zu dir kommt - per e-mail, Video oder Postbote.

Wenn alles zu mir kommen kann, wozu nehme ich dann noch den Weg in eine Stadt auf mich, um dann einen freien Parkplatz und als nächstes gleich den Parkscheinautomaten suchen zu müssen. Sonst wird´s teuer. Dann dränge ich mich durch Menschen und versuche nicht einzuatmen, sobald einer auch nur ansatzweise meiner eigens definierten Corona-Komfortzone überhaupt auch nur näherkommt.

 

Und doch - die Parkplatzsuche ging heute irgendwie leichter als gedacht, sind eh so viele vorhanden. Jetzt noch schnell zur Apotheke; die anderen werden sicher schon warten und hatten Anstand "genug" sich für den Weg zu belohnen und sich den 1. Spritzer zu bestellen - ohne mich. Ah schau her, der Pullover im Schaufenster, coole Farbe, muss ich anprobieren. Und jetzt wo ich ´s sehe, das orientalische Kochbuch könnt ich mir dann auch gleich hier kaufen, kostet ja überall gleich viel.

 

Gerade in den letzten Wochen des vermeintlichen Lockdowns haben wir gemerkt, was uns wirklich fehlt. Die Grundversorgung war immer gegeben, aber der Freiraum fehlte. Wie auch immer jeder für sich Freiraum definiert. Wieder in die Stadt zu gehen, auf einen Kaffee oder einfach mal mit offenen Augen durchschlendern, anderen nahe sein oder beim nächsten Wochenmarkt mit Gerda auch wirklich ratschen zu dürfen, so ganz ohne Maske. Denn den Salat krieg ich auch bei mir um´s Eck, den neuesten Tratsch eben nicht.

 

Gelernte Wege, gewohnte Treffpunkte, hier ein Plausch, hängt da etwa ein neuer Partenzettel? Daheim kriegst ja gar nix mehr mit. Das bestellte Kleid von "dort", das dann eh nicht gepasst hat, das hätte ich auch gleich hier kaufen können. Dann hätte es gleich gepasst, ganz ohne Rückversand.

 

Eine Stadt ist nicht gleich eine Stadt. Jede hat dieselben Funktionen und doch ist jede anders. Und die gilt es nun wieder für sich, mit sich, mit anderen und dank anderen zu entdecken.

 

#willkommenzurück

 

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